Anno 1610
Der unangefochtene Riese unter den Monden. Er übertrifft sogar den Planeten Merkur an Größe und besitzt als einziger bekannter Begleiter ein eigenes, aktives Magnetfeld. Unter seinem dicken Eispanzer vermuten Astrophysiker einen tiefen Ozean aus flüssigem Wasser.
Anno 1655
Ein faszinierender Himmelskörper mit einer extrem dichten Stickstoffatmosphäre, auf dem ein höherer Luftdruck herrscht als auf der Erde. Titan ist die einzige fremde Welt, auf der nachweislich offene Flüsse und Meere existieren – allerdings gefüllt mit flüssigem Methan.
Anno 1610
Die biologisch inaktive „Narbenwelt“. Callisto besitzt die am dichtesten von Kratern übersäte Oberfläche im gesamten Sonnensystem. Da sie seit Jahrmilliarden keine geologische Veränderung erlebte, fungiert sie für Astronomen als makelloses fossiles Archiv.
Anno 1610
Die Hölle aus Eis und Feuer. Io ist der vulkanisch aktivste Körper unseres Sonnensystems. Gefangen in den gravitativen Gezeitenkräften zwischen Jupiter und den äußeren Monden, wird sie ununterbrochen durchgeknetet, was zu gigantischen Schwefel-Vulkanausbrüchen führt.
der Antike
Unser treuer Begleiter in gebundener Rotation, weshalb er uns permanent dieselbe Seite zuwendet. Im Vergleich zu seiner Muttererde ist er der verhältnismäßig größte Satellit des Sonnensystems und stabilisiert maßgeblich die Erdachse und unser Klima.
1789
Berühmt als der reale „Todesstern“ des Sonnensystems. Mimas besitzt den gigantischen Einschlagskrater „Herschel“, der ein Drittel des gesamten Monddurchmessers einnimmt. Ein minimal größerer Impakt hätte den eisigen Himmelskörper damals komplett zertrümmert.
1671
Der „Yin-Yang-Mond“. Iapetus besitzt eine pechschwarze und eine schneeweiße Hemisphäre. Ein weiteres bizarres Merkmal ist sein monumentaler, exakt auf dem Äquator verlaufender Bergrücken, der den Mond wie eine Nussnaht umschließt und bis zu 20 km hoch aufragt.
1787
Der am weitesten außen liegende Großmond des Uranus-Systems. Oberon besteht zu gleichen Teilen aus Wassereis und felsigem Gestein. Seine Oberfläche ist von tiefen Gräben (Chasmata) durchzogen, die durch die Ausdehnung des Inneren während der Abkühlungsphase entstanden.
1672
Der zweitgrößte Saturnmond ist eine stark verkratert, tiefgefrorene Eiskugel. Raumsonde Cassini detektierte in seiner Nähe eine extrem dünne, temporäre Atmosphäre aus Sauerstoff und Kohlendioxid – die erste direkt nachgewiesene Sauerstoff-Exosphäre auf einem eisigen Mond.
1846
Der Geisterfahrer des Sonnensystems. Triton ist der einzige Großmond, der seinen Planeten in entgegengesetzter Richtung (retrograd) zur Rotation des Planeten umläuft. Das beweist, dass er kein gebürtiger Mond ist, sondern einst als Zwergplanet aus dem Kuipergürtel von Neptuns Gravitation eingefangen wurde.
1848
Ein Mond wie ein Badeschwamm. Hyperion besitzt eine extrem geringe Dichte (er würde auf Wasser schwimmen) und ist von tiefen, scharfkantigen Kratern übersät, die ihm ein poröses Aussehen verleihen. Zudem taumelt er völlig chaotisch und unvorhersehbar durch seine Umlaufbahn, da er keine gebundene Rotation besitzt.
1966
Die kosmischen Akrobaten. Diese beiden Monde teilen sich fast exakt dieselbe Umlaufbahn mit nur 50 Metern Unterschied. Alle vier Jahre kommen sie sich gefährlich nahe. Statt jedoch zu kollidieren, bremst der hintere Mond den vorderen ab, wodurch sie durch gravitative Wechselwirkung die Bahnen tauschen.
1990
Der "Schäfermond" mit der skurrilsten Form. Pan zieht seine Bahn direkt innerhalb der Encke-Teilung der Saturnringe und hält diese frei von Staub. Da er im Laufe von Jahrmilliarden feine Ringpartikel entlang seines Äquators aufgesaugt hat, besitzt er einen massiven Wulst, der ihm das Aussehen einer Ravioli oder Walnuss verleiht.